Samstag, 22. Dezember 2012

Mein zweiter Urlaub








Wie ich euch schon erzählt habe, muss ich diesen Monat nicht arbeiten und habe die letzten zwei Wochen dazu genutzt den Westen von Tansania mit zwei meiner Mitfreiwilligen zu bereisen. Es war eine sehr schöne Reise, wobei ich am Ende wirklich sehr müde und schlapp war, da wir mehrere tausend Kilometer zurückgelegt haben. Unsere Reise begann in Dar es Salaam am Bahnhof. Ich bin mit meinen Mitfreiwilligen Simon und Friedrich in den Zug gestiegen und wir sind bis nach Kigoma gefahren, eine Stadt die im Westen Tansanias liegt und die einzige Stadt ist, die direkt am Tanganika See liegt. Die Zugfahrt war ein tolles Erlebnis, da sie über zwei Tage ging und man sehr viel von der Landschaft und kleinen abgelegenen Dörfern sehen konnte. Häufig wurden kleine Stopps eingelegt und die Dorfbewohner haben an den Bahngleisen Essen, Getränke und Früchte verkauft. Nach insgesamt 52 Stunden Zugfahrt sind wir dann schließlich in Kigoma angekommen und haben uns zwei Tage lang die Stadt und den kleinen Ort Ujiji angeguckt, in dem wir noch ein Museum besichtigt haben. Kigoma ist eine wirklich schöne Stadt. Sie liegt direkt am See, hat einen großen Hafen und ist von Bergen umringt. Nach zwei Tagen haben wir uns dann zum Hafen aufgemacht um mit dem berühmten Passagierschiff „M.V. Liemba“ über den Tanganika See nach Mpulungu zu fahren. Eine Stadt die in Sambia, dem Nachbarland von Tansania liegt. Wir sind zwei Tage mit dem Schiff gefahren und haben mal wieder eine wunderschöne Landschaft beobachten können. Eine besondere Attraktion war jedoch der Handel der von Schiff aus mit den kleinen Küstenorten betrieben wurde. Das Schiff hat mehrere Meter vom Ufer entfernt gehalten und die Händler sind vom Festland mit kleinen Ruderbooten auf den See hinausgefahren um dann mitten auf dem Wasser die Waren von einem Schiff auf das andere zu transportieren. Meistens ging alles sehr hektisch zu und auf den ersten Blick war es immer ein einziges Chaos. Am Ende wurden jedoch immer alle Waren verladen und die Schifferboote sind wieder zum Festland gefahren. Nachdem wir in Sambia angekommen sind, mussten wir zuerst die Grenze passieren und haben uns dann in Mpulungu eine Schlafmöglichkeit gesucht. Man hat sogleich bemerkt,dass man sich in einem anderen Land befindet. Es gab eine andere Währung, eine andere Sprache wurde gesprochen und auch sonst habe ich mich auf einmal wieder viel mehr als Touristin gefühlt als in Tansania. Es hat mir jedoch auch gezeigt, wie selbstverständlich ich mich teilweise schon in Dar es Salaam bewege. Ich kenne mich aus, kann mich verständigen und habe hier schon viel gelernt. Die Sicherheit viel in Sambia dann erst einmal wieder weg. Von Mpulungu aus haben wir dann zusammen die „Kalombo Falls“ besichtigt. Wirklich wunderschöne Wasserfälle, die die Grenze zwischen Tansania und Sambia bilden. Nachdem wir einige Tage in Sambia waren, wollten wir uns schließlich wieder in Richtung Tansania aufmachen um dort dann in die Stadt Mbeya zu fahren, um uns dann schließlich auf den Rückweg nach Dar es Salaam zu machen. Das war jedoch ein gar nicht so leichtes Unterfangen. Wir waren in einem wirklich kleinen Örtchen in dem einfach keine Busse fuhren. Wir standen Irgendwo im Nirgendwo. Schließlich hat uns dann ein freundlicher Trukkerfahrer an einen der Grenzort gefahren von dem wir dann weiter Richtung Tansania getrampt sind und nach einigen Tagen endlich an unser Ziel Mbeya gelangt sind. Dort habe ich dann mit Simon und Friedrich noch einen letzten Tag verbracht und bin am nächsten Tag alleine in den Zug nach Dar es Salaam gestiegen. Die anderen beiden werden sich noch einige Tage die Stadt angucken, in der ich im Oktober schon war. Ich bin nun seit gestern wieder in Dar es Salaam. Als ich in unsere Wohnung kam war es für mich wirklich wie ein „nach Hause kommen“. Ein wirklich schönes Gefühl. Die nächsten Tage werde ich nun mit Lotta in Dar es Salaam verbringen und Weihnachten mit meinen Mitfreiwilligen feiern. Über Silvester werde ich dann nach Sansibar fahren, wo wir schließlich noch unser Zwischenseminar haben, was für alle Freiwilligen organisiert wird, die ihre Arbeit hier über „Weltwärts“ abhalten. Auf das Seminar bin ich wirklich gespannt und werde euch in meiner nächsten Mail davon berichten.

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten, viel Schnee und gemütliche Abende vor dem Kamin und unter dem Tannenbaum. Außerdem natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr 2013. Lasst es euch allen gut gehen.

Montag, 3. Dezember 2012

TSE Community Show

 
Jedes Monatsende veranstaltet das TSE eine „Community Show“. Es wird als eine Art Streetbash organisiert, bei dem nichts angekündigt oder organisiert wird, sondern die Leute im Augenblick in dem die Show beginnt erst davon erfahren. Es wird auf der Straße vor dem TSE eine große Bühne aufgebaut, auf der die Kinder dann eine ungefähr dreistündige Show vorführen. Dazu gehört, das Vorführen von Theaterstücken, eigener Musik, Tanz- und Trommeleinlagen sowie Hip Hop. Dazu gab es zumindest das letzte Mal dann Reis, Bohnen und Spinat für alle Gäste, Kinder und Lehrer zu essen. Für die Kinder ist es immer eine tolle Sache. Den ganzen Monat über haben sie etwas, auf das sie hinarbeiten können und am Ende jeden Monats können sie ihre neuen Idee und Fähigkeiten präsentieren. Seitdem sind viele Kinder viel motivierter beim Training dabei und je näher der Termin der Show rückt, desto mehr wird geprobt und es werden unzählige Kikaos (Besprechungen) abgehalten, in denen dann jedes noch so kleine Detail der Show besprochen wird. Meistens entsteht dann doch vieles eher nach dem Zufallsprinzip. Bei der letzten Show habe ich mich im TSE wirklich sehr wohl gefühlt. Es sind viele Zuschauer gekommen und ich habe mich gewundert wie viele Leute ich hier eigentlich, auch wenn nur vom Sehen, schon kenne. Ich habe mir die Show angeguckt, habe mich mit vielen Leuten unterhalten und habe mitgeholfen zu organisieren. Zum Schluss saßen wir mit allen Lehrern und Schülern des TSE auf dem Hof und haben zusammen gegessen.

Außerdem habe ich am Wochenende einer der schönsten Tage hier in Tansania verbracht. Wir waren abends bei einem Konzert von meinem Kollegen Oliver. Er hat mit ein paar Freunden eine eigene Band, singt, tanzt, spielt Gitarre und Trommel. Am Sonntagabend sind sie dann zusammen mit drei anderen Bands und einer Tanzgruppe im „Nafasi Art Center“ aufgetreten, was hier eine Art Kulturzentrum ist. Es wurden überall Kissen, Sofas und Decken ausgelegt und man konnte sich die Musik anhören. Außerdem gab es eine Ausstellungshalle, in der Bilder von tansanischen Künstlern ausgestellt wurden. Ich war mit ein paar Mitfreiwilligen und meiner Arbeitskollegin Aisha dort. Zuerst haben alle Leute nur zugehört, aber zum Schluss haben alle Zuschauer zu der Musik getanzt. Es waren wieder viele Leute da, die ich kannte und es war ein unglaublich tolles Erlebnis mit allen zu Tanzen und einfach einmal alle Fragen zu vergessen, die man sich hier häufig stellt. Ist mein Kiswahili gut genug? Wie sehr bin ich eigentlich schon integriert? Entspreche ich den Erwartungen meiner Arbeitgeber? In diesem Moment habe ich einfach nur mit vielen Menschen zu toller Musik getanzt. Ein wirklich toller Abend!

Montag, 19. November 2012

Und weil ich gerade so viel Zeit habe und das Internet so schnell ist, kommt hier nun noch ein Foto. Ihr seht links meine Mitbewohnerin Lotta und in der Mitte unsere neue Mitbewohnerin Insa. Sie hat eigentlich als Freiwillige in Burundi gearbeitet,hat sich nun aber doch nochmal umentschieden und lebt nun bald bei meinen Mitfreiwilligen Neele und Sebastian und wird hier in einer Primary School unterrichten. Wir waren am Wochenende alle zusammen in Bunju bei unseren Mitfreiwilligen und haben in deren neuen Hängematte das schöne Wetter genossen.

Weltwärtsbericht Nr. 1

Da ich meinen Aufenthalt hier über "Weltwärts" organisiere, muss ich alle drei Monate einen Bericht über die Entwicklung meiner Arbeit, meines Lebens und meinen Erfahrungen hier vor Ort schreiben. Den Bericht zu schreiben, halte ich für sehr sinnvoll, da es mir selber geholfen hat, meine Erfahrungen und Erlebnisse der ersten drei Monate hier zu reflektieren und mir meine eigene Entwicklung vor Augen zu führen. Ich habe beschlossen, den Bericht auch für euch, meine lieben Blogleser, online zu stellen. Viel Spaß beim Lesen! Über Feedback, per Email oder Facebook, würde ich mich sehr freuen.


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Weltwärtsbericht von Paula Högermeyer
06.08.2012 bis zum 06.11.2012

Ich wohne nun seit drei Monaten in Dar es Salaam und arbeite in dem Jugendzentrum „Talent Search and Empowerment“. Innerhalb dieser drei Monate hat sich viel getan, verändert und entwickelt. Nachdem ich mit meinen Mitfreiwilligen Carlotta, Neele und Philipp am Flughafen von Dar es Salaam ankam, war die anfängliche Unsicherheit die zu Hause noch oft präsent war, erst einmal wie weggeblasen und die Fahrt vom Flughafen zu unserer neuen Wohnung hat mich sehr fasziniert. Mir erschloss sich eine komplett neue Welt und in den ersten Tagen war ich begeistert davon.

In den nächsten Wochen wurde mir jedoch die Tragweite meiner Entscheidung bewusst. Ich würde ein Jahr lang nicht in meinem gewohnten Umfeld leben und muss von der Sprache bis zu den Umgangsformen alles neu lernen. Diese Gedanken und die Unsicherheit, ob ich wirklich die richtige Entscheidung getroffen hatte, führte dazu, dass eine Phase anbrach, in der ich mir meiner Entscheidung ein Jahr in Tansania zu leben sehr unsicher wurde.

Auch mit meiner Arbeit ging es erstmal schleppend voran. Das „Talent Search and Empowerment“ hat massive Geldprobleme und ist trotzdem gezwungen nächstes Jahr umzuziehen, da der Mietvertrag ausläuft. Wie der Umzug bewältigt werden soll steht bis heute nicht fest. Mir stellte sich die Frage, ob es überhaupt möglich sein würde, unter solchen Umständen zu arbeiten.Trotzdem wurde ich von allen Schülern sowie Mitarbeitern des TSE herzlich empfangen und aufgenommen. Ich stellte jedoch schnell fest, dass das TSE nicht nur Arbeitsplatz ist, sondern auch ein Platz, an dem sich ein Freundeskreis trifft, der sich schon seit vielen Jahren kennt. Natürlich braucht es Zeit, seinen Platz in diesem Freundeskreis zu finden.

In kurzer Zeit wurde mir sehr viel Verantwortung zugesprochen, die mich zwar nicht überforderte, ich mir aber die Frage stellte, warum gerade ich, als die neue Praktikantin, Aufgaben solcher Tragweite übernehmen muss. Somit wurde ich gerade mit der Arbeit im Office schnell vertraut. Ich hatte das Gefühl, Probleme des TSE zu erkennen, aber nicht in der Position zu sein, sie alleine lösen zu können. Als der deutsche Mitbegründer des TSE und Mitglied von meiner Endsendeorganisation,Paul, nach Tansania kam, hat sich die Situation für mich positiv verändert und wir haben versucht gemeinsam Lösungsansätze zu finden.Nach einer weiteren Besprechung mit den Gründern des TSE stellt sich jedoch heraus, dass sie von mir erwarteten, meine teils passive Beobachterrolle im TSE vollends aufzugeben, um voll in die Arbeit einzusteigen. In diesem Moment fühlte ich mich doch etwas überfordert.

Als meine Vorgängerin Franziska noch hier war und ich drei Wochen mit ihr zusammen verbracht habe, habe ich mitbekommen, dass sie gerade am Anfang große Probleme mit unserem Chef Alfred hatte.Von daher bin ich vorbelastet mit ihm in die Arbeit gegangen. Bis jetzt komme ich jedoch gut mit ihm zurecht, worüber ich sehr froh bin, da es mir die Arbeit im TSE erleichtert. Auch mit den anderen Mitbegründern Paul und Erik komme ich gut aus. Mit den Lehrern des TSE ist es ein eher freundschaftliches Verhältnis, da sie nur wenige Jahre älter sind als ich. Alle sind sehr bemüht mir die Sprache beizubringen und haben mich herzlich aufgenommen.

Die Sprache zu verstehen und zu sprechen, ist mir am Anfang natürlich sehr schwer gefallen. Meine Mitbewohnerin Carlotta konnte von Anfang an mehr Kiswahili als ich und somit habe ich das Sprechen häufig ihr überlassen. Langsam habe ich mich dann an die Sprache herangetastet, verstand aber immer noch nicht viel, was gerade meine Arbeit im TSE extrem erschwert hat. Als ich im Oktober jedoch zwei Wochen im Urlaub war, habe ich sehr viel gelernt. Carlotta, Neele und ich haben uns gegenseitig geholfen und das hat sich sehr positiv auf mein Kiswahili ausgewirkt. Seitdem verstehe ich viel mehr und ich lerne jeden Tag viele neue Wörter und Grammatik dazu. Vorher hatte ich das Gefühl, mit meiner Sprachentwicklung auf der Stelle zu stehen. Was sich außerdem verändert hat, ist die Tatsache, dass ich Gespräche nicht mehr vermeide, sondern sie aufsuche um noch mehr zu lernen. Zwar lerne ich langsam,aber die Tatsache, dass ich mich jeden Tag in kleinen Schritten verbessere, gibt mir ein positives Gefühl. Ich bin nun an dem Punkt angelangt,an dem ich mich mit allen Leuten um mich herum gut verständigen kann und nur noch einzelne Wörter nachfragen muss. Der Kontext der Gespräche ist mir jedoch immer klar.

Zum Schluss möchte ich von meiner jetzigen Situation berichten, die sich sehr von der der ersten zwei Monate unterscheidet. Es geht mir gut hier. Ich habe das Gefühl, nach den anfänglichen Schwierigkeiten, nach drei Monaten nun endlich angekommen zu sein. Ich unterhalte mich viel auf Kiswahili, bin am Wochenende viel unterwegs, kenne mich in der Stadt besser aus und verstehe mich mit all meinen Mitfreiwilligen gut. Nachdem ich aus meinem Urlaub zurückgekommen bin, läuft es mit dem Kiswahili besser, was sich auch positiv auf meine Arbeit auswirkt. Ich fühle mich in einer Welt wohl, die mir vor drei Monaten noch völlig fremd war. Der Gedanke nun wieder nach Deutschland zurückfliegen zu müssen, fühlt sich falsch an und ich bin froh, hier noch viel Zeit verbringen zu können. Im Moment stellt sich hier für mich so etwas wie ein Alltag ein. Das lässt sich wohl auch am anderen Ende der Welt nicht vermeiden. Trotzdem ist es auch nochmal eine Bestätigung für mich angekommen zu sein.

Außerdem bin ich mit der Entwicklung meines Sprachunterrichts im TSE sehr zufrieden. Ich unterrichte zweimal die Woche Englisch und einmal die Woche Deutsch. Ich habe meinen Unterricht nun besser strukturiert, führe ein Klassenbuch in dem ich eintrage wer zum Unterricht erscheint und was wir an dem Tag geschafft haben. Mein bis jetzt größter Erfolg war es, den Kindern Hefte zu kaufen in die sie schreiben können und die ich am Ende des Unterrichts wieder einsammle. Da vorher alle nur auf lose Zettel geschrieben haben, war mein Unterricht nicht sehr nachhaltig und es sind häufig nur wenige Schüler gekommen. Seit es die Hefte gibt, wissen alle was sie geschafft haben und es kommen viel mehr Schüler zum Unterricht. Außerdem habe ich beschlossen eine Art Belohnungssystem einzuführen, sodass der Schüler, der am Ende des Monats den Unterricht am häufigsten besucht hat, eine kleine Überraschung bekommt. Neben dem Sprachunterricht, bin ich im Moment mit vielen Aufgaben im Office des TSE beschäftigt. Ich bin dafür zuständig, dass ich am Ende des Monats die Berichte der Lehrer des TSE vom Kiswahili ins Englische übersetze. Außerdem setze ich mich mit den Sponsoren des TSE auseinander. Da das TSE im Moment große Geldprobleme hat, sind wir mehr denn je auf diese Spendengelder angewiesen. Das „Dogo Dogo Center“ ist einer dieser Sponsoren. Es ist ein Internat für ehemalige Straßenkinder. Dort haben die Jugendlichen die Möglichkeit eine Ausbildung zu absolvieren um spätere bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten. Das „Dogo Dogo Center“ ist jedoch selbst auf Spenden angewiesen, von denen es aber immer einen Teil an das TSE abgeben hat. Da nun der Sponsoren des „Dogo Dogo Centers“ weggefallen ist, bekommt auch das TSE keine Spenden mehr. Wir haben nun noch einen Restbetrag von 800.000 Ths bekommen, was umgerechnet etwa 400 Euro sind. Somit kann das TSE zwar akute Probleme beheben, aber die grundsätzliche finanzielle Problemlage ist nicht gelöst. Die Leiter des TSE haben sich hier vor Ort um ansässige Spender bemüht. Wir haben jedoch keine Zusagen bekommen. Meine Endsendeorganisation bemüht sich nun um Spendengelder aus Deutschland, damit die Unkosten und vor allem der Umzug des TSE nächstes Jahr bewerkstelligt werden kann. Auf die Zusage der Spendengelder müssen wir jedoch noch bis Februar 2013 warten.

Seit Neustem steht das TSE in einem gegenseitigen Kontakt mit dem „Jugendclub Burgwedel“ in Hamburg. Ich bin dafür zuständig, dass der Briefkontakt zwischen den Kindern der Jugendzentren aufrecht erhalten bleibt. Somit habe ich mich vor Kurzem mit den Kindern des TSE zusammen gesetzt, wir haben Briefe an die Kinder nach Hamburg geschrieben und Fotos gemacht. Im Moment warten wir auf eine Antwort. Außerdem plant das TSE einen Austausch mit dem Jugendclub Hamburg. Diese Idee steht im Moment jedoch noch in den Kinderschuhen und man muss abwarten, wie sich das TSE in den nächsten Monaten finanziell entwickelt.

Wenn ich meinen Blick in die Zukunft wende, möchte ich auf jeden Fall den Theaterunterricht im TSE weiter vorantreiben. Es gibt Kinder die ein großes Potential haben und allen macht der Unterricht Spaß. Für mich ist es momentan noch relativ schwierig am Unterricht aktiv teilzunehmen, da es schon eine Theaterlehrerin im TSE gibt und ich außerdem das Gefühl habe, dass meine Sprachkenntnisse für den Unterricht noch nicht ausreichen sind. Mir ist bewusst geworden, wie sehr man bei der Theaterarbeit auf die Sprache und deren Ausdrucksmöglichkeiten angewiesen ist. Das Ziel eigenen Theaterunterricht auf die Beine zu stellen, war sehr hoch gesetzt, was mir erst jetzt wirklich bewusst wird. Trotz dessen ist es mein langfristiges Ziel ist es ein eigenes Theaterstück mit den Kindern zu erarbeiten indem von der Idee bis zur Requisite alles selber gemacht wird. Für die Zukunft des TSE ist es natürlich existenziell wichtig, dass wir im März die Möglichkeit bekommen umzuziehen, da es sonst schlecht um die Zukunft meiner Arbeitsstelle steht. Am Anfang hat es mich sehr gestört, dass ich eine Arbeitsstelle habe, deren Zukunft so ungewiss ist. Ich bin jedoch an dem Punkt angelangt, wo ich für den Moment versuche, die Möglichkeiten auszuschöpfen, die mir gegeben sind,um den Kindern eine gute Lern- und Spielatmosphäre bieten zu können.



Montag, 29. Oktober 2012

Briefe schreiben

Mein Chef Alfred, hat vor einem Jahr ein Praktikum in einem Jugendzentrum in Hamburg gemacht. Seitdem hat das TSE mit dem Jugendclub Hamburg sporadischen Kontakt. Heute habe ich mit den Kindern des TSE Briefe an die Kinder des Jugendclubs Hamburg geschrieben, mit der Hoffnung den Kontakt etwas regelmäßiger werden zu lassen. Alle waren ganz fleißig bei der Sache. An diesem Nachmittag sind einige Fotos entstanden. Meine Aufgabe wird es nun sein, die Briefe der Kinder zu übersetzen, dann Fotos zusammen zu stellen und schließlich alles per Email ins weitentfernte Hamburg zu schicken. Mal schauen wann wir eine Antwort bekommen.

Auf den Fotos seht ihr einmal ein paar Kinder aus dem TSE sowie mich und die Theaterlehrerin Aisha.

Sonntag, 21. Oktober 2012

Back in Dar es Salaam

Diesen Text habe ich meinen Spendern schon als eine Rundmail geschickt, möchte aber auch meine zuverlässigen Blogleser an meinen Erlebnissen teilhaben lassen. Denkt nicht, dass ich schreibfaul werde, nur weil ich den Text aus der Email kopiere. Aber ich muss morgen wieder Arbeiten und es wartet noch ein Berg Wäsche auf mich, mein Zimmer ist ein einziges Chaos und ich muss meinen Unterricht für morgen vorbereiten. So, nun aber genug der Entschuldigung und Ausrede. Hier kommt die Berichterstattung von meinem wunderschönen Urlaub:


Nun lebe ich schon seit fast drei Monaten hier in Dar es Salaam und es gibt mal wieder Einiges zu berichten. Die letzen zwei Wochen musste ich nicht arbeiten und habe die Chance genutzt um mit meinen beiden Mitfreiwilligen Lotta und Neele eine Rundreise durch den Süden Tansanias zu unternehmen. Das Wochenende blieben wir noch in Dar es Salaam und haben ein großes Festival besucht, bei dem mit leider das erste Mal seit ich hier bin etwas geklaut worden ist. Es waren zwar umgerechnet nur 5 Euro ( wo von man hier jedoch einen Tag lang sehr gut leben kann) und trotzdem habe ich mich irgendwie darüber geärgert, da mir einfach unbemerkt meine Tasche geöffnet wurde. Ich hoffe, dass mir sowas nicht nochmal so schnell passiert.
Unsere Reise startete dann etwas verspätet, am Dienstagmorgen nach Iringa, einer schönen kleinen Stadt nord- westlich von Dar es Salaam. Wir sind mit einem Bus morgens losgefahren und hatten eine ca. 8 stündige Fahrt vor uns, die jedoch noch ca. 6 Stunden, in denen wir gerade mal die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht haben, je durch eine Buspanne unterbrochen wurde. Dort standen wir nun. Irgendwo im Nirgendwo. Wir überlegten Hin und Her, denn es wurde langsam dunkel und wir hatten keine Lust die Nacht im Bus auf einer einsamen Landstraße zu verbringen. Da kam uns der Zufall zur Hilfe und uns sprach ein junger Weißer, Andrew, an der ebenfalls im Bus saß. Er kommt aus Australien und wohnt seit ca. 9 Monaten in Iringa. Kurzerhand haben wir uns zusammen getan, haben den Daumen ausgestreckt und nach nur 10 Minuten hielt ein Auto an, dass uns alle zusammen nach Iringa brachte. Der krönende Abschluss des Ganzen war dann die Einladung eine Nacht bei Andrew und seinen zwei Mitbewohnern übernachten zu können. Der Abend wurde dann mit einer warmen Dusche, einem gemütlichen Bett und einem leckeren Essen abgerundet.
Die nächsten zwei Tage haben wir uns Iringa angeguckt, haben eine Stone Side und eine Behindertenwerkstadt besichtigt. Nach zwei Tagen ging es dann weiter Richtung Mbeya, eine Stadt, die noch weiter im Süden Tansanias liegt. Wir haben uns ein kleines Guesthouse gemietet und haben uns am nächsten Tag zu einer Wanderung durch den Regenwald aufgemacht, da wir den Ngozi Krater, einen Krater der mitten im Regenwald liegt, besichtigen wollten. Diese Tour war mit Abstand die Anstrengenste und wir waren nach ca. 2 stündigen steilen Aufstieg bei sehr warmen Temperaturen ziemlich am Ende.
Weiter ging es nach 2 Tagen in Mbeya nach Tukuyo. Ein kleines nettes Örtchen, was ziemlich hoch gelegen ist und wir von unserem Guesthouse die schöne Landschaft bewundern konnten. Von Tukuyo aus, haben wir dann nach einer Tour durch Kakao- Bananen- und Teeplantagen, einen richtig schönen Wasserfall besichtigt.
Unser Endziel, und mit Abstand das kulturell interessanteste Erlebniss, war schließlich das kleine Örtchen Matema, was direkt am Lake Nyasa liegt. Der Lake Nyasa ist nicht nur der drittgrößte See in Tansania, sondern auch der neuntgrößte See der ganzen Welt und hat ungefähr die Fläche des Landes Belgien. Matema ist ein winziger Ort, der aus einem Missionskrankenhaus, einem Lutheran Center, einigen kleinen Essenständen und vielen kleinen Fischerhäusern besteht. Es war wirklich interessant, das Leben der Menschen im Dorf zu beobachten, die so viel anders leben als die Menschen hier in Dar es Salaam. Eine wirklich andere Welt. In Matema haben wir uns dann mit dem Nachtwächter des Lutheran Center angefreundet, in dem wir übernachtet haben. Der Nachtwächter, Alipipi,hat uns dann am nächsten Tag mit seinem kleinen Fischerboot zu einer richtig schönen Bucht gefahren, an der wir schnorcheln konnten und richtig schöne Fische beobachtet haben. Ansonsten haben wir in Matema die schöne Lage am See genutzt, um uns einfach ein bisschen auszuruhen, schwimmen zu gehen und die Ruhe und Gelassenheit des kleinen Örtchens zu genießen.
Am letzen Abend haben wir  noch eine andere Deutsche kennengelernt, die im Krankenhaus Matemas arbeitet. Es wurde dann nochmal ein ziemlich interessanter Abend, da sie viel über den Ort und dessen Probleme wusste ( z.B. die hohe Aidsrate, das Problem an Bildung zu gelangen u.s.w.).
Insgesamt war es ein richtig schöner Urlaub mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und Momenten.
Morgen fange ich dann wieder an zu arbeiten und bin gespannt darauf, was die nächsten Wochen für mich bereit halten.

P.S. Am 29.08.2013 werde ich übrigens wieder in Deutschland sein. Wer Lust hat zum Flughafen zu kommen, ist herzlich willkommen :) 




Dienstag, 2. Oktober 2012

Habari za Safari



Am Wochenende war ich zusammen mit Lotta, Magda und Virginia auf einem Festival in Bagamoyo. Bagamoyo ist eine kleine Stadt, die ungefähr 2 Busstunden von Dar es Salaam entfernt ist und direkt am Meer liegt. Anfang und Mitte des 19. Jahrhunderts war Bagamoyo eine der bedeutesten Siedlungen in ganz Ostafrika, da es die Endstation der Handelskarawanen war, die vom Tanganyika See zum Indischen Ozean gezogen sind. In Bagamoyo wurden dann Elfenbein, Salz und auch Sklaven entladen um dann mit einem anderen Schiff nach Sansibar gebracht zu werden. Von 1887 bis 1891 war Bagamoyo sogar die Hauptstadt von Deutsch - Ostafrika bevor Dar es Salaam dann 1891 zur Hauptstadt ernannt wurde.Bagamoyo ist dann langsam als Stadt in sich zerfallen und diesen Charme trägt es bis heute inne. Die Stadt wirkt mit ihrem schönen weißen Sandstrand und ihren vielen Ruinen verschlafen und man hat ein bisschen das Gefühl, als sei an diesem Ort die Zeit irgendwie stehen geblieben. Wir haben den Strand genossen, die schöne Landschaft und die Ruhe und Besinnlichkeit. Wenn man an die Hektik und Großstadtatmosphäre von Dar es Salaam gewöhnt ist, wirkt Bagamoyo fast wie ein kleines verschlafenes Fischerdorf. Am Samstagabend haben wir uns dann alle zusammen eine richtig schöne Tanz- Musik- Theater- und Zirkusshow angeguckt, die Teil des Bagamoyo Festivals war. Den Rest der 2 Tage haben wir damit verbracht ins Meer zu springen, Sonne zu tanken, uns die Sehenswürdigkeiten von Bagamoyo anzugucken, frisch gepressten Saft in Straßencafés zu trinken und einfach nur die Ruhe und Schlaftrunkenheit von Bagamoyo genossen. Nächste Woche startet dann unsere nächste Reise. Zuerst werden Lotta, Neele und ich in den Mikumi Nationalpark fahren um dort eine Safari zu machen und werden dann von dort aus den Süden von Tansania bereisen. Safari Salama !